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Vorgeschichtliche Besiedlung in Herrenberg-Gültstein

 

 

Die Stadt Herrenberg möchte im Bereich zwischen der BAB 81 und der Ohmstraße das Gewerbegebiet in Gültstein erweitern. Das Gelände ist als Kulturdenkmal „neolithische und eisenzeitliche Siedlung‟ eingetragen. Auch eine Prospektion des Landesamtes für Denkmalpflege im November 2017 erbrachte weitere Siedlungsbefunde wie Gruben, Pfostengruben, Grubenhäuser und Gräben. Aus diesem Grund musste das ca. 9000m² große Areal vom 04. Februar 2019 bis zum 18. April 2019 archäologisch untersucht werden.

 

 

Vorgeschichtliche Siedlungsreste

Bereits nach dem Abtrag des Humus wurden verschiedene Gruben, Pfostengruben und Feuerstellen erkannt. Die Anordnung der Pfostengruben lässt die Rekonstruktion von mindestens drei Gebäuden zu. Außerdem konnten noch drei kleinere Grubenhäuser dokumentiert werden. Diese war leider nur noch mit einer geringen Tief erhalten.

 

 

Die Keramik verweist die Besiedlungszeit in die späte Eisenzeit, die sogenannte Latènezeit (2. und 1. vorchristliches  Jahrhundert). Die grob gearbeitete Keramik und die eher einfache Bebauung verweisen auf eine ländliche, keltische Siedlung. Auch einige Metallgegenstände konnten dokumentiert werden, u. a. ein Gürtelblech, eine Fibel und ein Armreif.

 

 

Neben den Gebäuderesten konnte auch ein Brunnen dokumentiert werden, der aufgrund seiner großen Tiefe jedoch nicht vollständig ausgegraben werden konnte. Ein Bohrung zum Ende der Grabung zeigte, dass der Brunnen mindestens 6m tief war. Der Brunnen befand sich innerhalb eines Gebäudes. Die Brunnenverfüllung deutet darauf hin, dass das Gebäude abbrannte.

 

 

Die Arbeiten konnten fristgerecht abgeschlossen werden. Nicht zuletzt auch weil die befundtragenden Schichten oft nur noch in geringer Stärke vorhanden waren. Dennoch konnten viele interessante Funde geborgen werden.

 

 

 

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Luftbild der Fläche in Herrenberg-Gültstein

Fibelfund in Herrenberg-Gültstein

Stufenweise freigelegte Brunnen mit Holzkohleschicht am Boden

Weiterführende Informationen und Pressestimmen

  • Beitrag zur Ausgrabung bei RegioTV (20.02.2019)
  • Bericht zur Ausgrabung im Gäuboten (01.02.2019)