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Prospektionsgraben durch Tübinger Wölbäcker

 

Auf der Flur Horemer in Tübingen plant die Stadt Tübingen den Wissenschafts- und Technologiepark Obere Viehweide. Bevor der Bau jedoch starten konnte, musste das Gelände archäologisch untersucht werden. Grund dafür sind die noch immer im Gelände sichtbaren und als Kulturdenkmal eingetragenen sogenannten Wölbäcker, parallel von Osten nach Westen verlaufende Wölbungen. Zu diesem Zweck wurden ein ca. 210m langer Prospektionsgraben  mit Hilfe eines Baggers angelegt und der Querschnitt der Wölbäcker dokumentiert. Die Untersuchung fand zwischen dem 26.03. und 04.04.2018 statt.

 

Das Gelände war bisher unbebaut und von Bodeneingriffen verschont geblieben, weshalb sich die Wölbäcker bis heute gut erhalten haben. Wölbäcker wurden seit dem Mittelalter bis in das 19. Jh. aus verschiedenen Gründen von Landwirten angelegt. Zum einen dienten sie der Entwässerung der Felder. Das Getreide, das auf der Rundung wuchs, blieb von größeren Wasseransammlungen verschont, die sich so nur in den Senken zwischen den Wölbungen bilden konnten. Zum anderen wurde im Falle von schlechter Bodenqualität der nahrhafte Boden angehäuft.

 

In Tübingen steht der anstehende Boden relativ hoch an und die wasserführenden Schichten tauchen schon knapp unterhalb des Humus auf. Die Aufgabe der Wölbäcker als Drainage wurde schnell deutlich, als sich schon innerhalb kürzester Zeit Grundwasser auf der Profilgrabensohle sammelte. Aber auch die geringe Humusauflage machte das Anhäufen des guten Bodens vermutlich notwendig.

 

Die Prospektion sollte auch bei der Datierung der Wölbäcker helfen, jedoch konnten nur wenige spätmittelalterliche bis frühneuzeitliche Keramikscherben geborgen werden und diese auch nur knapp unterhalb der Grassode. Für eine sichere Datierung reicht dies nicht aus.

 

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Anlegen des Prospektionsgrabens.

Querschnitt durch die Wölbäcker.

Querschnitt durch einen der Wölbäcker.

Weiterführende Informationen und Pressestimmen

  • Artikel im Schwäbischen Tagblatt (09.04.2018)