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Frühneuzeitliche Bebauung und Stadtbrände in Hechingen

 

In Hechingen sollen die Grundstücke Marktplatz 3, Kaufhausstraße 7 und Rabenstraßen 2, 4 und 6 neu bebaut werden. Da dieses Areal schon seit spätmittelalterlicher Zeit bebaut ist und im Bereich eines Kulturdenkmals liegt, wurden vom 02. Mai 2018 bis zum 12. Juni 2018 eine Prospektionsgrabung durchgeführt sowie die Keller vom Gebäude Marktplatz 3 eingemessen.

 

 

Marktplatz 3

Die Nordwand zur Kaufhausstraße ist ungewöhnlich massiv. Die Untersuchungen zeigten, dass der Keller vermutlich schon älter ist als das jetzige Gebäude Marktplatz 3. Bei dessen Bau wurde die Außenmauer wohl der Kellerwand vorgesetzt, so dass sich heute eine Mauerstärke von 2m ergibt. In einem weiteren Keller zeigte sich außerdem eine Fachwerkwand als Trennung von Keller und Wohnraum. Insgesamt konnte festgestellt werden, dass das Gebäude Marktplatz 3 und die dazugehörigen Keller viele Umbauten und Erweiterungen erfahren haben.

 

 

Kaufhausstraße 7

Die Prospektionsgräben auf den Grundstücken Kaufhausstraße 7 und Rabenstraße 2, 4 und 6 erbrachten Aufschlüsse zur spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Bebauung. Auf beiden Grundstücken fanden sich immer wieder Planier- und Auffüll- sowie Brandschichten. Sie bezeugen die immer wiederkehrenden Stadtbrände in Hechingen sowie die darauffolgenden Wiederaufbauten.

 

In der Kaufhausstraße 7 konnten außerdem ein Gewölbekeller und ein weiterer Keller dokumentiert werden, die vermutlich im Zuge der Anlage des Parkplatzes eingedrückt und mit Schutt verfüllt wurden. Sie lassen sich momentan zeitlich nicht einordnen und sollen bei einer späteren Ausgrabung nochmals genauer untersucht werden.

 

 

Rabenstraße 2, 4 und 6

In der Rabenstraße konnte neben den Auffüllschichten u.a. mindestens ein Mauerzug dokumentiert werden, der ggf. mit der Bebauung des 18. Jhs. zusammenhängt, die bei einem Feuer 1723 vollständig zerstört wurde.

 

Da die Prospektion ergab, dass noch viel archäologisches Material vorhanden ist, das Aufschluss über die Hechinger Stadtgeschichte geben kann, fand vom 10.09. bis zum 09.10.2018 eine archäologische Ausgrabung in der Rabenstraße statt. Hier konnten insgesamt vier Fundamentmauern dokumentiert werden. Diese verweisen aufgrund ihrer geringen Stärke auf ein oder mehrere einfach konstruierte Gebäude. Einige der Mauern ziehen unter die heutige Rabenstraße und sind damit älter als diese. Das Fundmaterial deckt eine Zeitspanne vom Hochmittelalter bis in die Neuzeit ab. Im Bereich der Grabungsfläche fand sich auch eine mächtige Brandschicht, die teilweise gegen die Mauern zog oder diese störte. Somit könnten die Gebäudereste aus der Zeit des Brandes 1723 stammen. Die geborgenen Bauhölzer können ggf. noch dendrochronologisch bestimmt werden und genaueren Aufschluss über den Entstehungszeitpunkt geben.

 

 

 

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3D-Modell von einem der drei Keller am Marktplatz

Prospektionsfläche Kaufhausstraße (re. eingedrückter Gewölbekeller, li. Keller mit Brandschuttschicht

Grabungsfläche Rabenstraße (unten Fundamentmauern und Brandschicht, oben anstehender Fels)

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