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Vorgeschichtliche Siedlungsreste in Denkendorf

 

In Denkendorf ist der Bau eines Bürokomplexes mit Tiefgarage, das „Objekt Campus ‒ City of Visions‟, geplant. Im Zuge von Erschließungsmaßnahmen in diesem Gebiet seit den 1920er Jahren wurden bereits Prospektionen und Grabungen durchgeführt, welche archäologische Befunde seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. hervorbrachten. Aus diesem Grund waren auch bei diesem Projekt archäologische Untersuchungen im Vorfeld notwendig. Diese starteten am 20.11.2017 und liefen bis zum 16.03.2018. In dieser Zeit wurde eine Fläche von 6461m² untersucht und eine große Zahl an Gruben und Pfostengruben dokumentiert. Die Gruben konnten in mehrere zusammengehörende Gruppen eingeteilt werden. Die Befunde im nordwestlichen Abschnitt waren häufig schon durch frühere Baumaßnahmen gestört.

 

Vorgeschichtliche Siedlungsbefunde

Im mittleren Bereich des Untersuchungsareals konnten vier Pfostengruben dokumentiert werden, die zu einem Quadrat angeordnet waren. Diese Anordnung lässt die Interpretation eines kleinen Hausgrundrisses zu. In dessen Nähe stieß man auch auf eine Grube mit einer Brandschicht, möglicherweise die zum Haus gehörende Feuerstelle. Weitere linear angeordnete Pfostengruben in diesem Areal könnten Hinweise auf Langhäuser sein. Auch in anderen Abschnitten konnten solche Pfostengrubenreihen dokumentiert werden, deren unterschiedlicher Erhaltungszustand jedoch nicht immer für eine sichere Ansprache als Hausgrundriss ausreichte.

 

Die hier dokumentierten Befunde lassen sich dennoch als Siedlungsbefunde bezeichnen. Die Besiedlung dieses Areals hat vermutlich über einen längeren Zeitraum hinweg stattgefunden, da die Gruben und Pfostengruben auf unterschiedlichen Höhen dokumentiert wurden. Gerade die größeren Gruben lassen durch ihre Ausmaße und die Art der Funde an Lehmentnahmegruben denken, die später mit dem Abfall der Siedlung wieder verfüllt wurden. Der Lehm wurde für den Hausbau und die Keramikproduktion genutzt. Aus den Gruben entnommene Bodenproben werden zur Zeit analysiert, um genaueren Aufschluss über die Nutzung der Gruben zu erhalten.

 

Datierung

Da der Großteil der Befunde fundleer war, konnten nur wenige Keramikscherben und Steinwerkzeuge geborgen werden. Die Funde können der Bandkeramischen Kultur zugeordnet werden und datieren in eine frühe Phase der Jungsteinzeit (6.‒5. Jhtsd. v. Chr.). Durch die unterschiedlichen Höhen der Befunde sowie verschiedene Verfüllschichten der Gruben ist allerdings auch eine längere Nutzungszeit der Siedlung bis in jüngere vorchristliche Epochen möglich.

 

Die Grabungsarbeiten konnten trotz des oft winterlichen Wetters fristgerecht abgeschlossen werden.

 

 

 

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Luftbild der Ausgrabungsfläche in Denkendorf

Quadratischer Hausgrundriss mit Feuerstelle

Feuerstelle im Planum

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